Ein Stück ist auch dann didaktisch, wenn es Gedankenlosigkeit lehrt. (Stanistaw Jerzy Lec)

Netzwerkarbeit 2.0

27. May 2008

Wenn Pädagoginnen und Pädagogen das Lernen anderer zu organisieren haben, dann betreiben sie immer auch Netzwerkarbeit. Sie vernetzen die Lernenden – und sie vernetzen sich untereinander. Vor allem jüngere Pädagoginnen und Pädagogen, die sich in neueren Arbeitsfeldern wie E-Learning, Personalentwicklung, Training und Coaching engagieren, entdecken in diesem Zusammenhang die neuen Möglichkeiten des Internets. Erste Weblogs sind online, in denen sich Angehörige unterschiedlicher pädagogischer Berufsgruppen über ihre spezifischen Themen austauschen und sich untereinander und mit anderen Berufsgruppen vernetzen.

Unsere These: Das Internet verändert die Vernetzungsarbeit von pädagogischen Professionals fundamental. Entsprechend sprechen ich gemeinsam mit Kollege Wolfgang Jütte vom Department für Weiterbildungsforschung und Bildungsmanagement an der Donau-Universität Krems in Österreich in einem neuen Artikel von Netzwerkarbeit 2.0. Wir analysieren die Bedeutung von Weblogs, Wikis und Social Bookmarking für die Netzwerkarbeit von Pädagoginnen und Pädagogen - vor allem deshalb, weil wir zur verstärkten Nutzung dieser mittlererweile ja nicht mehr ganz neuen Techniken ermutigen wollen.

Reinhard Völzke/Wolfgang Jütte: Die neuen Möglichkeiten des Internets. Netzwerkarbeit 2.0 (in: Zeitschrift Weiterbildung, 2/2008, S. 8-11)

Web 2.0 in der Beschäftigungsförderung - Teil 3: Wissen organisieren mit Wikis

27. April 2008

In vielen Berufen wird der Alltag von Telefonanrufen und Arbeitstreffen geprägt. Ohne Zusammenarbeit geht in modernen Arbeitsprozessen so gut wie überhaupt nichts mehr. Und ohne Texte, die nach solchen Kontakten von Einzelnen geschrieben und gemeinsam abgestimmt werden, ist berufliche Kooperation nicht denkbar. Alltäglich ist das Problem, immer die neueste Version eines Textes zu bearbeiten. Auch hier hat das Web 2.0 eine Lösung: Wikis.

In der Zeitschrift gib-info der Bottroper Gesellschaft für innovative Beschäftigungsförderung mbH (meines Arbeitgebers) habe ich vor einiger Zeit den dritten Teils meiner Serie zum Web 2.0 in der Beschäftigungsförderung veröffentlicht (Heft 4/2007). Bezogen auf die Beschäftigungsförderung im engeren Sinne ist die Ausbeute noch nicht groß. Vorhandene Beispiele zeigen gangbare Wege.

Reinhard Völzke: Web 2.0 in der Beschäftigungsförderung - Teil 3: Wissen organisieren mit Wikis

TalentKompass NRW im Handbuch Kompetenzmessung

3. December 2007

Handbuch KompetenzmessungNun ist es endlich da. Das von John Erpenbeck und Lutz von Rosenstiel im Stuttgarter Schäffer-Poeschel Verlag herausgegebene Handbuch Kompetenzmessung liegt in der zweiten Auflage vor - und mitten drin ein Aufsatz von mir, in dem ich Hintergründe, Aufbau, Ziele, Vorgehensweise und Erfahrungen mit dem TalentKompass NRW beschrieben habe. Das alles auf den Punkt zu bringen, war ein hartes Stück Arbeit. Jetzt ist es ein gutes Gefühl, das Produkt der Mühen in den Händen zu halten, auch wenn mein Anteil angesichts der Fülle des Dargestellten ja nur ein sehr kleiner ist.

Mit dem jetzt erschienen Beitrag verbinde ich die Hoffnung, dass jetzt noch mehr Akteure aus Beschäftigungsförderung, Weiterbildungs- und Laufbahnberatung und Personalentwicklung auf das neuartige Verfahren zur Bilanzierung von Kompetenzen aufmerksam werden und es mit ihren Zielgruppen anwenden. Wie immer freue ich mich über Nachfragen, Kritik, Anregungen, Erfahrungsberichte.

Die Lernende Region Niederrhein bietet übrigens ganz aktuell eine Fortbildung für Trainerinnen und Trainer an, die mit dem TalentKompass NRW arbeiten wollen. Unter dem Titel Zurück in den den Beruf mit dem TalentKompass NRW (64 KB, PDF) findet ein dreitägiges Training in der Akademie Klausenhof in Hamminkel am 4./5. und 18.12.2007 statt.

Mein erster Artikel in der Wikipedia

29. November 2007

Schon länger trage ich mich mit dem Gedanken, einige “meiner” Themen in die Wikipedia zu bringen. Es gibt ja kaum noch eine Suchanfrage beispielsweise bei Google, wo nicht unter den ersten fünf Ergebnisseiten ein einschlägiger Artikel aus der freien Online-Enzyklopädie mit dabei ist. Also ist es ja wohl eine nicht zu unterschätzende Chance, den Zugang zu mir wichtigem Wissen durch selbst geschriebene Beiträge für diese moderne Form des Mitmach-Lexikons zu verbessern.

So habe ich die letzten beiden Zugfahrten genutzt und als ersten Wikipedia-Artikel aus meiner Feder die von mir mitentwickelte Methode der biographisch-narrativen Gesprächsführung im Lexikonstil formuliert. Seit ein paar Tagen ist der Artikel online - auch für die Verlinkung innerhalb der Wikipedia habe ich gesorgt.
Wikipedia: Biographisch-narrative Gesprächsführung

Validierung von Bildungsleistungen

7. November 2007

Zertifizierung von BildungsleistungenSich mit der Anerkennung von informell erworbenen Kompetenzen zu beschäftigen, heißt immer wieder, von anderen zu lernen. Diesmal ist die Schweiz an der Reihe. Das Schweizer Bundesamt für Berufsbildung und Technologie (BBT) hat jetzt einen Leitfaden vorgelegt, der die Validierung von Bildungsleistungen gut nachvollziehbar beschreibt. Unter dem Motto “Der Erfahrung einen Wert verleihen” werden die gesetzlichen Grundlagen und die Phasen des Anerkennungsprozesses beschrieben. In der Zusammenfassung heißt es:

Gemäss dem neuen Berufsbildungsgesetz sollen Erwachsene den Zugang zu eidgenössischen Abschlüssen auch dann erhalten, wenn sie nicht einen vollständigen, formalen Bildungsgang durchlaufen haben. Beim Nachweis, dass sie die für den Abschluss einer beruflichen Bildung gefordertenKompetenzen bereits besitzen, sollen ihnen berufliche und ausserberufliche Praxiserfahrung sowie fachliche und allgemeine Bildung angemessen angerechnet werden. Das oberste Ziel lautet: Gleiche Kompetenzen führen zu gleichen Titeln. Das heisst, für einen Titel sind die Kompetenzen massgebend, es spielt keine Rolle, auf welche Weise eine Person diese erlangt hat. Die sogenannten „anderen Qualifikationsverfahren“ müssen demzufolge gegenüber den herkömmlichen Qualifikationsverfahren gleichwertig sein.

Das finde ich ein ganz wunderbares Ziel: Gleiche Kompetenzen führen zu gleichen Titeln. Warum nur tun wir uns in Deutschland bisher so schwer mit dieser Zielsetzung, die zwar auch hier immer mehr Verantwortliche teilen, der wir aber - bis auf verhältnismäßig kleine Projekte - noch nicht im Ansatz so nahe gekommen sind, wie die Schweizer mit ihren Aktivitäten in den letzten zehn Jahren. Lesen Sie mehr … »

Web 2.0 in der Beschäftigungsförderung - Teil 2

1. November 2007

In der Zeitschrift gib-info der Bottroper Gesellschaft für innovative Beschäftigungsförderung mbH (meines Arbeitgebers) habe ich jetzt den zweiten Teils meiner Serie zum Web 2.0 in der Beschäftigungsförderung veröffentlicht (Heft 3/2007). Ein insgesamt noch recht ernüchterndes Ergebnis - es gibt aber ein paar Lichtblicke.

Reinhard Völzke: Web 2.0 in der Beschäftigungsförderung - Teil 2: Weblogs als Informationsquelle und Kommunikationsmedium

Kurze Bilanz nach der Tagung: Perspektive Lebenslanges Lernen

29. October 2007

Laub im Spaetsommer bei Velbert-LangenbergVon der diesjährigen Fachtagung des W. Bertelsmann Verlages in Bielefeld am 25./26. Oktober 2007 “Perspektive Lebenslanges Lernen: Kompetenzen stärken - Übergänge gestalten” nehme ich einige Anregungen mit nach Hause. Hier die wichtigsten davon, damit ich sie nicht vergesse:

  • Im BMBF hat die Kategorie “Biographie” Einzug gehalten. Es gibt jetzt sogar ein Referat “Lebenslanges Lernen” und eine ganzen Unterabschnitt “Lebenslanges Lernen” auf den BMBF-Internetseiten. Das Bildungssystem solle so weiter entwickelt werden, dass es sich mehr und mehr an der Biographie der Menschen ausrichtet, was vor allem heiße, Abschlüsse zu Anschlüssen zu machen und Übergänge zwischen Lebens- bzw. Lern- und Arbeitsorten innerhalb und außerhalb Deutschlands zu ermöglichen. Da es zu wenig Erkenntnisse über Bildungsprozesse in der frühen Kindheit gäbe, wird hier ein neuer Forschungsschwerpunkt eingerichtet. Überhaupt werde in Zukunft mehr in die Bildungsforschung investiert. Gesprochen wird hier von einer “empirischen Wende”, wie sie mit PISA und regelmäßigen Schulevaluationen und deren Ausweitung auf weitere Bildungssektoren bereits im vollen Gange sei. Die Erziehungswissenschaft wird hier als Leitwissenschaft verstanden. Lesen Sie mehr … »

Free Burma!

4. October 2007

free_burma

Ja, wir brauchen gedruckte Lexika

21. September 2007

Brauchen wir auch in Zukunft dicke, teure, gedruckte Lexika? Diese Frage drängt sich mir auf, wenn ich die Für und Wider im Zusammenhang mit der Online-Enzyklopädie Wikipedia und anderer Online-Lexika-Projekte in den letzten Jahren verfolge. Exemplarisch dafür auch die aktuelle Diskussion im Prägnanz-Weblog über Bücher in gedruckter Form, als PDF-Datei oder HTML-Seite.

Ganz aktuell wird diese Frage für mich, weil ich in vor einigen Tagen gebeten wurde, für das im Verlag Julius Klinkhardt in neuer Auflage erscheinende “Lexikon der Erziehungswissenschaft” (hrsg. von Horn, K.P./Kemnitz, H./Marotzki, W./Sandfuchs, U.) für das Fachgebiet Erwachsenenbildung/Weiterbildung zwei Beiträge zu schreiben. Ich will das wohl machen und finde das schon sehr seltsam, jetzt selbst zu einem so ehrwürdigen Werk beizutragen, dass ich während des Studiums so manches mal konsultiert habe.

Meiner Meinung nach sollte auf jeden Fall bei Lexika und der überwiegenden Anzahl von Fachbüchern das Buch das Medium der Wahl bleiben. Bei einem Lexika beispielsweise gilt ja nach wie vor das sich über viele Jahrzehnte bewährte Prinzip, dass eine Redaktion alle Beiträge überprüft und “veredelt”, so dass am Ende der Stand der Wissenschaften zu einem bestimmten Thema zum Zeitpunkt X dokumentiert ist. Was nicht nur für eine bestimmte inhaltliche Qualität und Kohärenz bürgt, sondern eben auch den nicht zu unterschätzenden Vorteil hat, dass im Rückblick über die verschiedenen Auflagen des Lexikons beispielsweise hinweg die Entwicklung eines Fachgebiets und die entsprechenden Begriffsgeschichten deutlich werden. Lesen Sie mehr … »

Meiner erster Lernbaustein für ein virtuelles Seminar: Web 2.0 in der Berufsausbildung

10. September 2007

ausbildungsblog

Nun ist es so weit. Nach längerer Vorbereitung ist ein von mir in den letzten Monaten entwickelter Lernbaustein online, eine Premiere: Neue Internettechnologien in der Ausbildung nutzen: Wikis, Weblogs und Podcasts. Veröffentlicht wurde der Text auf foraus.de, dem Forum für AusbilderInnen, das die thinkhouse GmbH aus Mönchengladbach im Auftrag des Bundesinstituts für Berufsbildung, Bonn, betreut. In den nächsten Tagen findet das zugehörige Online-Seminar statt, dass ich moderieren werden. Ebenfalls eine Premiere für mich.

foraus. de schreibt dazu:

(Für den Lernbaustein hat der Autor) einige mit diesen (Web 2.0)Technologien realisierte Beispiele aus dem Bereich Berufsausbildung untersucht und stellt die unterschiedlichen Ansätze vor. Der Lernbaustein soll für anstehende Entscheidungen beim Einsatz der Web2.0 Technologien zentrale Grundinformationen zur Verfügung stellen, mögliche Stolpersteine aufzeigen und Anregung zur vertiefenden Weiterbeschäftigung mit den Möglichkeiten dieser Medien im Ausbildungsalltag sein.

Ich gehe im Lernbaustein kurz auf einige mir bekannte Praxisbeispiele ein, bei denen beispielsweise Weblogs oder Wikis in Ausbildungszusammenhängen eingesetzt werden. Da gibt es mit Sicherheit noch viel mehr Erfahrungen dazu, vor allem in größeren Unternehmen oder im Kontext von Projekten. Leider habe ich nicht mehr dazu gefunden. Über sachdienliche Hinweise, Kritik oder andere Arten von Feedback freue ich mich.

Reinhard Völzke: Neue Internettechnologien in der Ausbildung nutzen: Wikis, Weblogs und Podcasts (Lernbaustein)