Kompetenzerfassung in der Praxis mit dem ProfilPASS
Heute hatte ich das besondere Vergnügen, mal wieder einen Vortrag halten zu können (und das mit Keynote von Apple
). Eingeladen hatte mich das Mainzer Bildsnetzwerk Step on! zu einer gemeinsam mit dem rheinland-pfälzischen Ministerium für Wissenschaft, Weiterbildung, Forschung und Kultur veranstalteten Tagung ins Zentrum für wissenschaftliche Weiterbildung der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz. Im Mittelpunkt des Tages stand die Präsentation des bundesweiten ProfilPASS-Konzepts. Der ProfilPASS dient bekanntlich der Dokumentation informell erworbener Kompetenzen und soll die Nutzer/innen befähigen, mehr Eigenverantwortung bei der Gestaltung ihrer Lern- und Berufsbiographie zu übernehmen.
Etwa 60 Vertreter/innen von Weiterbildungseinrichtungen, Berufskollegs und Bildungsberatungsstellen lauschten konzentriert den Impulsreferaten von Markus Bretschneider vom Deutschen Institut für Erwachsenenbildung in Frankfurt/M. und Dr. Marion Wulf vom Institut für Entwicklungsplanung und Strukturforschung gGmbH an der Universität Hannover zum Ansatz, zum Instrument und dem aktuellen Stand des ProfilPASSes. Ich hatte die Aufgabe übernommen, einführend verschiedene Instrumente der Kompetenzerfassung vor allem für den Einsatz in der Weiterbildung vorzustellen, was auf großes Interesse stieß. Abschließend berichteten Praktiker/innen auf einem Podium von ihren positiven Erfahrungen mit dem Einsatz des ProfilPASS z. B. bei Wiedereinsteigerinnen, Migrant/inn/en und Kurteilnehmer/innen an einer VHS und wiesen auf die in der Praxis auftretenden Stolpersteine und Hürden hin. Was mir insgesamt auffiel war, dass die Notwendigkeit einer gründlichen biographischen Rückschau und Reflexion immer wieder betont wurde. Verkürzten, schnellen Verfahren wird keine Aussicht auf Erfolg gegeben.
Die Reaktion der Anwesenden zeigte, wie hoch der Bedarf an Überblicksinformationen in diesem innovativen Feld der Erwachsenenbildung/Weiterbildung ist. Viele wollen in den nächsten Monaten den ProfilPASS in ihre Bildungs- und/oder Beratungstätigkeit integrieren und sind auch bereit, sich dafür in einer zweitägigen Fortbildung zu qualifizieren. Vertreter/innen von Berufskollegs verdeutlichten im Nachgespräch ihr großes Interesse daran, den ProfilPASS für das Übergangsmanagement Schule/Ausbildung nutzen zu wollen. Ein erstaunliches und ermutigendes Ergebnis, wie ich finde. Ich werde diese Entwicklung weiter verfolgen.
Reinhard Völzke: Instrumente zur Kompetenzerfassung in der Weiterbildung (pdf, 1,6 MB)