Strict Standards: Redefining already defined constructor for class WP_Dependencies in /www/htdocs/w005ce78/blog/wp-content/plugins/wordpress-support/wordpress-support.php(10) : runtime-created function(1) : eval()'d code(1) : eval()'d code on line 1
Strukturnetz Blog » Blog Archive » Ist Nachhaltigkeit lernbar?

Ist Nachhaltigkeit lernbar?

logo_undekade_nachhaltigkeitNun hat das neue Jahr begonnen - und die Pläne, die wir uns vorgenommen haben, harren der Umsetzung. Natürlich noch nicht am heutigen Feiertag! Aber, was nützt ein gute Vorsatz, wenn er dann in Vergessenheit gerät. Also schreibe ich hier in mein Lerntagebuch, dass ich mich im Laufe dieses Jahres - ganz ohne konkretes Verwertungsinteresse - intensiver mit der Weltdekade der Vereinten Nationen “Bildung für nachhaltige Entwicklung - 2005-2014” beschäftigen will.

Was mich daran reizt? Als Jugendlicher in den 80er Jahren rückte, wie bei vielen, auch bei mir das Engagement für Umweltfragen in den Vordergrund. Wenn ich mich heute in meinem Leben umsehe, frage ich mich ernsthaft, was davon geblieben ist. Wie gehe ich selbst mit Energie um? Wie mit Umweltbelastung durch Autofahren, Fliegen usw.? Wie mit der Ernährung? … Und wenn ich mich umschaue, sehe ich, dass ich mit meinem Verhalten nicht ganz alleine stehe.

Wenn ich das richtig verstehe, setzt die UN-Dekade genau hier an. Was kann heute durch Bildung dafür getan werden, dass wir alle möglichst ressourcenschonend und an den nächsten Generationen orientiert leben? Wobei sich natürlich sofort die Frage stellt, ob so etwas wie “Nachhaltigkeit” lernbar ist. Die UN schreibt dazu:

Eine Bildung für nachhaltige Entwicklung muss daher an den derzeitigen Lebensstilen unserer Gesellschaft angeknüpen. Querschnittsthemen wie Fragen des Klimawandels, des Umgangs mit der Ressource Wasser, oder auch Energiefragen sind in diesem Zusammenhang genauso relevant wie die Frage nach einer inter- und intragenerationellen Gerechtigkeit. Bei diesem umfassenden politischen und pädagogischen Bildungskonzept geht es daher nicht in erster Linie darum, die damit verbundenen komplexen Themenbereiche nur auf der Wissensebene zu vermitteln. Das Ziel der Bildung für nachhaltige Entwicklung ist es, dem Einzelnen Fähigkeiten mit auf den Weg zu geben, die es ihm ermöglichen, aktiv und eigenverantwortlich die Zukunft mit zu gestalten. In diesem Zusammenhang spielen ebenso emotionale wie auch handlungsbezogene Komponenten der Bildung eine entscheidende Rolle.

Komponenten einer Bildung für nachhaltige Entwicklung, die gestaltungskompetentes Entscheiden und Handeln ausmachen, sind:

  • vorausschauend denken können
  • weltoffen und neuen Perspektiven zugänglich sein
  • interdisziplinär denken und agieren können
  • partizipieren können
  • an der Nachhaltigkeit orientiert planen und agieren können
  • Empathie, Engagement, Solidarität zeigen können
  • sich und andere motivieren können
  • individuelle wie kulturelle Leitbilder reflektieren können

Das sind genau die Prinzipien und Ziele einer kompetenzorientierten, modernen Bildung, wie sie mir vorschwebt. Wie soll die Dekade dazu beitragen, diesen Bildungszielen näher zu kommen? Natürlich wurden auch in Deutschland Arbeitsgruppen gebildet. Sie sollen in einem ersten Schritt dem nationalen Aktionsplan der Dekade “Leben einhauchen”. Was die Sache aus meiner Sicht durchaus interessant macht, ist das Aufteilungsprinzip der Arbeitsgruppen, z. B. diese beiden: Berufliche Aus- und Weiterbildung und Informelles Lernen. Ich werde verfolgen, welche Ergebnisse hier erarbeitet werden.

Ähnliche Beträge

8 Responses to “Ist Nachhaltigkeit lernbar?”

  1. Konrad Kutt sagt:

    Schön, dass ich hier auf einen so interessanten Beitrag stoße. In der Tat sind die genannten Ziele zur Nachhaltigkeit in der Bildung gleichsam die entscheidenden Qualitätsstandards einer modernen Bildung und Berufsbildung.

    Die von Ihnen zitierte Arbeitsgruppe hat inzwischen ein reichhaltiges Leben im NIBA-Netz entwickelt (www.niba-netz.de). Dort und auf der Web-Seite des BIBB finden Sie auch über 900 Einträge zur Berufsbildung für eine nachhaltige Entwicklung.

    Mit besten Grüßen

    Konrad Kutt

  2. Strukturnetz Blog » Blog Archive » Kompetenzbilanzierung als Aufgabe der Bildungsberatung sagt:

    […] Der Diskussion stellen sich neben dem schon recht bekannten bundeweiten ProfilPass-Projekt u. a. das Kompetenzmanagementsystem der Deutschen Bahn und der Europass. Die Tagung beginnt mit einem Vortrag zur Unesco-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ und will den darin enthaltenen Ansatz für Kompetenzentwicklung aufzeigen. Da ich Aktivitäten zur Dekade in besonderer Weise beobachte, interessiert mich diese ungewöhnliche Rahmung ganz besonders. Negierig macht auch eine angekündigte Keynote über „Betriebliches Coaching für Wandlungsprozesse“ aus dem Beratungs- und Qualifizierungsprojekt LeA des Deutschen Gewerkschaftsbundes. Das komplette Programm findet sich im wirklich ansprechend gestalteten Flyer, was bei dieser Art von Tagungen nicht selbstverständlich ist. […]

  3. Strukturnetz Blog » Blog Archive » Schüler sollen Manager ihres eigenen Lebens werden sagt:

    […] Inzwischen wurde das Konzept von den Vereinten Nationen als Projekt in die Weltdekade für “Bildung für nachhaltige Bildung - 2005-2014″ aufgenommen. Anfang des Jahres hatte ich bereits auf diese unterstützenswerte Initiative hingewiesen. […]

  4. Bernd Overwien sagt:

    Einen Nachtrag zu Nachhaltigkeit und Lernen: Inzwischen hat sich innerhalb der “UN-Dekade Bildung für nachhaltige Entwicklung” auch die AG zum informellen Lernen sehr aktiviert. Kürzlich wurde ein Grundsatzpapier zum informellen Lernen und Nachhaltigkeit fertiggestellt und es sollen Forschungsaktivitäten angegangen werden.

    Gruß

    Bernd Overwien

  5. Reinhard Völzke sagt:

    Danke, für den Hinweis, Herr Overwien. Die Ergebnisse der AG zum informellen Lernen interessieren mich sehr. Im Netz finde ich auf der Seite dieser AG bisher nur das Grundlagenpapier vom Oktober 2005. Wann wird das neue Papier denn veröffentlicht?

    Außerdem entdecke ich gerade die Dokumentation des Europäischen Bildungskongresses, der im Thüringer Landtag im November 2006 im Rahmen der UN-Dekade stattgefunden hat. Hier auch ein Beitrag von Ihnen zum informellen Lernen auf Basis ihrer Berliner Studie in IT-Berufen.

  6. Bernd Overwien sagt:

    Ich schicke Ihnen das Papier gern zu, es sollte eigentlich längst auf der Website stehen….

    Bernd O.

  7. Bernd Overwien sagt:

    Das Grundlagenpapier der AG Informelles Lernen der UN-Dekade Bildung für nachhaltige Entwicklung steht nun in der neuen Form (26.11.06)im Netz:
    http://www.dekade.org/sites/ag_informelles_lernen.htm
    oder direkt:
    http://www.dekade.org/AG_Seiten/informelles_lernen/06_11_26Grundlagenpapier2.pdf

    Unsere (Dehnbostel, Molzberger, Overwien) Studie zum informellen Lernen in IT-Betrieben steht zwar nicht im Netz, hinter folgendem Link gibt es allerdings eine ausführliche Rezension:
    http://www.bwpat.de/rezensionen/rezension_1-2005_dehbostel_etal.pdf

    Eine englischsprachige Kurzfassung der Ergebnisse der Studie gibt es hier:
    http://www.tu-berlin.de/fak1/gsw/fadida_sozk/fadida_sozk_downloads/bascia.pdf

  8. Strukturnetz Blog » Blog Archive » UN-Dekade: Die Bedeutung von informellem Lernen für verschiedene Arbeitsfelder sagt:

    […] Schon mehrfach habe ich über Aktivitäten der UN-Dekade “Bildung für nachhaltige Entwicklung” berichtet. Prof. Dr. Bernd Overwien hat mich jetzt auf das Ende letzten Jahres von der AG “Informelles Lernen” unter seiner Mitwirkung verabschiedete Grundlagenpapier II “Die Bedeutung von informellem Lernen für verschiedene Arbeitsfelder” hingewiesen (mein “Dialog” mit ihm ist hier nachzulesen). Einige Punkte aus dem anregenden Papier möchte ich hervorheben. […]

Kommentar schreiben