Life/Work Planning: Vom Geheimtipp zur Selbstverständlichkeit in der Berufsorientierung?
Richard Nelson Bolles, erst Pfarrer und dann Arbeitswissenschaftler und Trainer, gilt in seinem Heimatland Amerika als führender Experte für Berufswahl, Jobsuche und Karriereberatung. Sein Bestseller “What Colour is Your Parachute?” wurde in viele Sprachen übersetzt und liegt seit 1999 unter dem leider etwas irreführenden Titel “Durchstarten zum Traumjob. Das Bewerbungshandbuch für Ein-, Um- und Aufsteiger” bei Campus auf deutsch vor.
Ich beschäftige mich mit dem von Bolles entwickelten Ansatz seit nunmehr beinahe zehn Jahren sehr intensiv und habe mich lange Zeit gewundert, wie wenig das von Bolles beschriebene Verfahren des “Life/Work Planning” in Deutschland bekannt ist. Das ändert sich massiv in den letzten Jahren. Viele Grundgedanken, Strukturen und Methoden haben in Konzepte zum Übergang Studium/Beruf, zu Jobsuche und Bewerbungstraining sowie Karriere- bzw. Laufbahnberatung Eingang gehalten. Neuerdings schlägt sich das in Büchern beispielsweise zum Bewerbungstraining nieder, leider allzuoft ohne Verweis auf die eigentliche Quelle und entsprechende Kennzeichnung der Zitate.
Mich interessiert heute, inwieweit Life/Work Planning in Konzepte zur Berufswahlorientierung von Jugendlichen am Übergang Schule/Ausbildung bzw. Schule/Studium aufgenommen wird. Beruflich bekomme ich mit diesem Thema immer mehr zu tun und suche daher nach Beispielen, wie es andere machen. Mit der Entwicklung des - in diesem Blog bereits mehrfach angesprochenen - TalentKompass NRW habe ich ja bereits (gemeinsam mit einem Team) einen kleinen Beitrag zur Übertragung von Life/Work Planning auf Prozesse der Berufs- und Lebensplanung bei Erwachsenen geleistet. Hier einige Dokumente und Internetseiten, die einige Anwendungsbeispiele zeigen:
- Von der beruflichen Orientierung zu Ausbildung und Beruf. Methoden und Techniken in der Übergangsberatung Schule – Ausbildung – Beruf (2004, Berufsbildungswerk ENAIP e. V. Stuttgart; EQUAL Partnerschaft)
- Schlüsselfähigkeiten in beruflichen Qualifizierungs- und Bildungsprozessen. Ausbildung – Assessment – Aktivierende Beratung (2005, transnationalen Partnerschaft COMITO, Belgien, Deutschland; EQUAL Partnerschaft)
- Gezielt Arbeit finden. Mit PEP (2005, EQUAL-Projekt RUNWAY, Startbahn für Benachteiligte, Sigmaringen)
- Einschätzungen des Betriebs-Praxis-Tages an der IS In den Sandwehen (2005, FORSCHUNGSWERKSTATT Arbeits-/Berufsorientierung, Berufswahlpass im SoSe 2005 an der Universität Bremen)
- Erkenne dich selbst. In Berufswahl-Workshops nach amerikanischem Vorbild lernen Abiturienten ihre Stärken und Schwächen kennen (DIE ZEIT, 22.09.2005, Nr. 39, Kilian Kirchgeßner)
- Thema: Life/Work Planning (UniMagazin der Bundesagentur für Arbeit, 5/2005)
- Tipps zu Bildungs- und Berufswahl der Arbeiterkammer Oberösterreich
Weil ich mich jetzt auch hier im Blog mehr mit diesem Thema beschäftigen will, führe ich die neue Kategorie “Berufsplanung” ein.
Mai 22nd, 2006 at 16:49
Den Traumjob der etwas anderen Art, habe ich hier gefunden:
http://heuteblog.de/2006/05/22/
Gruss
Andi