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Öffentlichkeitsarbeit zwischen Manipulation und Hofberichterstattung?

Da ich ja hauptberuflich u. a. für Kommunikation zuständig bin, genauer gesagt für PR oder - auf Deutsch gesagt - Öffentlichkeitsarbeit, habe ich jüngst eine wirklich empfehlenswerte Weiterbildung hierzu besucht. Veranstalter war das Deutsche Institut für Public Relations e. V., Hamburg, im Kurs gings um Methodische Öffentlichkeitsarbeit, statt gefunden hat das einwöchige Seminar in Bad Dürkheim.

Neben vielem anderen hat mich das Seminar sensibilisiert für die Unterschiede und Berührungspunkte zwischen Journalismus, Öffentlichkeitsarbeit und Marketing. Öffentlichkeitsarbeit unterliegt immer wieder der Gefahr, durch weitergegebene Informationen direkten Einfluss auf das Käufer- bzw. Nutzerinnenverhalten bestimmter Zielgruppen gewinnen zu wollen. Dies geschieht beispielsweise dann, wenn redaktionelle Beiträge in die Fachpresse lanciert werden, statt bezahlte Anzeigen zu schalten. Ein offensichtlich in der einen oder anderen Form häufig praktiziertes Vorgehen. Zuständig ist hier natürlich das Marketing und nicht die PR-Abteilung. Öffentlichkeitsarbeit kann und soll Marketing in einem solchen Fall flankieren, darf aber nicht als “günstigeres Marketing” missbraucht werden. Das widerspricht den Regeln der Pressefreiheit, was selbstverständlich auch zu Lasten der Fachorgane geht, die dieses Spiel mitmachen und dabei gut mitverdienen.

Auf ein nicht minder problematisches Vorgehen von PR-Abteilungen weist ein Artikel bei Spiegel-Online hin: Gratis-Reklame für die Ministerin - von der Ministerin (29.08.2007). Untermauert mit einigen Belegen wird hier das Verhältnis zwischen Hofberichterstattung und PR offen gelegt. Ein nicht minder problematischer Tatbestand, offensichtlich. Ich will das hier nicht weiter kommentieren. Sehr bedenkenswert finde ich, was der Nachrichtendienst reticon.de dazu schreibt: PR, Journalismus, Hofberichterstattung. Nur so viel: Über Lobbyismus der unterschiedlichsten Schattierungen kann meiner Meinung nach nicht genügend offen gelegt werden. So etwas ärgert mich wirklich. Ich bin nicht so naiv, zu denken, dass wir eine Gesellschaft haben könnten, in dem so etwas überhaupt nicht mehr vorkäme. Aber dass Redaktionen unter den zunehmenden ökonomischen Zwängen - was ist das eigentlich genau? - von sich aus dem Lobbyismus Vorschub leisten, finde ich untragbar.

Weil ich jetzt öfter mal über das Thema Öffentlichkeitsarbeit schreiben werde, gibts ab heute eine eine neue Kategorie dazu hier im Blog.

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