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Ja, wir brauchen gedruckte Lexika

Brauchen wir auch in Zukunft dicke, teure, gedruckte Lexika? Diese Frage drängt sich mir auf, wenn ich die Für und Wider im Zusammenhang mit der Online-Enzyklopädie Wikipedia und anderer Online-Lexika-Projekte in den letzten Jahren verfolge. Exemplarisch dafür auch die aktuelle Diskussion im Prägnanz-Weblog über Bücher in gedruckter Form, als PDF-Datei oder HTML-Seite.

Ganz aktuell wird diese Frage für mich, weil ich in vor einigen Tagen gebeten wurde, für das im Verlag Julius Klinkhardt in neuer Auflage erscheinende “Lexikon der Erziehungswissenschaft” (hrsg. von Horn, K.P./Kemnitz, H./Marotzki, W./Sandfuchs, U.) für das Fachgebiet Erwachsenenbildung/Weiterbildung zwei Beiträge zu schreiben. Ich will das wohl machen und finde das schon sehr seltsam, jetzt selbst zu einem so ehrwürdigen Werk beizutragen, dass ich während des Studiums so manches mal konsultiert habe.

Meiner Meinung nach sollte auf jeden Fall bei Lexika und der überwiegenden Anzahl von Fachbüchern das Buch das Medium der Wahl bleiben. Bei einem Lexika beispielsweise gilt ja nach wie vor das sich über viele Jahrzehnte bewährte Prinzip, dass eine Redaktion alle Beiträge überprüft und “veredelt”, so dass am Ende der Stand der Wissenschaften zu einem bestimmten Thema zum Zeitpunkt X dokumentiert ist. Was nicht nur für eine bestimmte inhaltliche Qualität und Kohärenz bürgt, sondern eben auch den nicht zu unterschätzenden Vorteil hat, dass im Rückblick über die verschiedenen Auflagen des Lexikons beispielsweise hinweg die Entwicklung eines Fachgebiets und die entsprechenden Begriffsgeschichten deutlich werden.

Ja, ja, ich weiß, der alte Glaube an den besonderen Stellenwert der Wissenschaften und die Fachlichkeit in den Händen von Eliten. Warten wir mal ab, welche Erfahrungen der rennomierte Lexikonverlag Meyers mit seinem neuen Projekt Lexikon Online 2.0 machen wird. Eine Basisversion des Meyerschen Lexikons steht schon seit einiger Zeit online, ab jetzt kann jede und jeder mitmachen, ganz dem Zeitgeist entsprechend:

Sie möchten Meyers Lexikon online um Ihr Wissen erweitern? Kein Problem, machen Sie mit und fügen Sie Ihr Wissen einfach in einen frei bearbeitbaren Artikel ein. Sie brauchen dazu lediglich einen Account für Meyers Lexikon online und können dann ganz einfach einen neuen Artikel anlegen oder einen bestehenden Artikel erweitern. Die Meyers-Lexikonredaktion prüft Ihre Bearbeitungen und Inhalte danach auf inhaltliche Korrektheit und fügt auf diese Weise Ihr Wissen zum geprüften Wissen von Meyers Lexikon online hinzu.

Wenn sich das Projekt bewährt und alle Qualitätsoffensiven von Seiten der Wissenschaft und intermediärer Organisationen für die Wikipedia fruchten (vgl. die Diskussion um das Bildungswiki auf dem Deutschen Bildungsserver z. B. hier im Strukturnetz Blog), dann könnten wir doch über eine entsprechende Initiative für das Lexikon der Erziehungswissenschaft nachdenken: Eine immer wieder durch Neuauflagen aktualisierte Buchfassung ergänzt durch eine Onlineversion, an der Studierende, Praktiker/innen und alle anderen Interessierten mitschreiben können. Und wo dann “überprüfte” Inhalte durchaus den Weg von der Online- in die Printversion finden können. Warum eigentlich nicht?

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One Response to “Ja, wir brauchen gedruckte Lexika”

  1. Reinhard Völzke sagt:

    Sehr schön dazu auch der Hinweis von Jochen Robes zum Wikipedia-Phänomen:

    http://www.weiterbildungsblog.de/archives/001621.html

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