Kurze Bilanz nach der Tagung: Perspektive Lebenslanges Lernen
Von der diesjährigen Fachtagung des W. Bertelsmann Verlages in Bielefeld am 25./26. Oktober 2007 “Perspektive Lebenslanges Lernen: Kompetenzen stärken - Übergänge gestalten” nehme ich einige Anregungen mit nach Hause. Hier die wichtigsten davon, damit ich sie nicht vergesse:
- Im BMBF hat die Kategorie “Biographie” Einzug gehalten. Es gibt jetzt sogar ein Referat “Lebenslanges Lernen” und eine ganzen Unterabschnitt “Lebenslanges Lernen” auf den BMBF-Internetseiten. Das Bildungssystem solle so weiter entwickelt werden, dass es sich mehr und mehr an der Biographie der Menschen ausrichtet, was vor allem heiße, Abschlüsse zu Anschlüssen zu machen und Übergänge zwischen Lebens- bzw. Lern- und Arbeitsorten innerhalb und außerhalb Deutschlands zu ermöglichen. Da es zu wenig Erkenntnisse über Bildungsprozesse in der frühen Kindheit gäbe, wird hier ein neuer Forschungsschwerpunkt eingerichtet. Überhaupt werde in Zukunft mehr in die Bildungsforschung investiert. Gesprochen wird hier von einer “empirischen Wende”, wie sie mit PISA und regelmäßigen Schulevaluationen und deren Ausweitung auf weitere Bildungssektoren bereits im vollen Gange sei. Die Erziehungswissenschaft wird hier als Leitwissenschaft verstanden.
- Auf der Internetseite www.informelles-lernen.de dreht sich alles um das Informelle Lernen, wie der Titel unmissverständlich zeigt. Hier gibt es sogar einen Blog, in dem seit September vor allem auf Veranstaltungen hingewiesen wird auf denen dieses in Deutschland bislang viel zu wenig beleuchtete Thema gewürdigt wird. Die Seite wird von einigen Wissenschaftlern betrieben, die sich teilweise schon länger mit dieser ganz besonderen Form der Wissensproduktion beschäftigen, u. a. Prof. Dr. Bernd Overwien, Matthias Rohs und Katja Manski stehen hinter dem Projekt. Eigene Impulse können an die Autor/innen gemailt werden.
- Gefährdet die Zielsetzung der Zertifizierung informell angeeigneter Kompetenzen die Offenheit bei der Reflexion der eigenen Lernprozesse? Eine gute Frage.
- Was vielen Kompetenzerfassungsmodellen bisher fehlt, ist die Betrachtungsachse “Was habe ich bisher gemacht?” ————————– “Was reizt mich?”
- Zur Entwicklung von Modellen zur Anerkennung und Anrechnung von Qualifikationen und Lernleistungen gibt es die BMBF-Initiative ANKOM. Im Kern der elf über ganz Deutschland verteilten Projekte steht die Anerkennung von Kompetenzen durch Hochschulen als Basis für die Belegung höherwertiger Studiengänge oder Fächer im Hochschulsystem. Ein für bundesdeutsche Verhältnisse geradezu revolutionäres Ansinnen. Auf die praktischen Erfahrungen bin ich sehr gespannt.
Januar 16th, 2008 at 13:26
Immer diese Schlagworte. Was heißt das eigentlich, lebenslanges Lernen
und wer lehrt mich,wie ich das gestalte.
Beste Grüße
BerndStelzer
www.vertriebsconsulting.de
Juni 25th, 2008 at 14:47
[…] Jedes sechste Unternehmen hat große Probleme, Ingenieure zu rekrutieren, vor allem mittelständische Unternehmen müssen sich eine Menge einfallen lassen, um Fachkräfte so früh wie möglich auf sich aufmerksam zu machen und an sich zu binden - am besten schon im Studium, noch bevor sie überhaupt auf den Arbeitsmarkt kommen. Gleichzeitig steht das deutsche Bildungswesen vor einem nationalen und EU-weiten Streit um die Frage, welcher Berufsabschluss wie viel wert sein wird. Ein Vorschlag: Handwerker sollen mit Akademikern gleichgestellt werden. […]